Kein Interesse an Lösungen:
NFV Kreis Hildesheim-Holzminden blockiert Wechsel in den Kreis Höxter

Am 16. Januar stellte die SG Sollingtor einen Antrag auf Freigabe für die Teilnahme am Spielbetrieb ihrer Mannschaften im westfälischen Fußball- und Leichtathletikverband (FLVW). Dieser Antrag wurde nach Beratung im Kreisvorstand des NFV Kreises Hildesheim-Holzminden abgelehnt.
Am 24. Februar kam es in Fürstenberg zu einem persönlichen Austausch zwischen Vertretern der SG Sollingtor und dem Kreisvorstand. Vorstandsmitglieder aus dem Raum Hildesheim wurden aufgrund der weiten Anreise digital zugeschaltet. In diesem Gespräch erläuterte die SG Sollingtor noch einmal ihren bunten Strauß an Argumenten und brachte einen ersten Kompromissvorschlag ein: Statt der ursprünglich beantragten unbefristeten Freigabe wurde alternativ eine befristete Freigabe für fünf Jahre beantragt.
Der Kreisvorstand beriet in seiner März-Sitzung erneut über den Antrag. Danach erhielt die SG Sollingtor eine formlose E-Mail mit der erneuten Ablehnung des Antrags – übrigens ohne jegliche Begründung.
Konsequenzen: Austrittsbeschluss der Vereine
Als Reaktion darauf beauftragten die Mitglieder des MTV Fürstenberg und des FC 08 Boffzen Ende März in den jeweiligen Jahreshauptversammlungen ihre Vorstände einstimmig den Austritt aus dem NFV fristgerecht zum 30.06. zu beantragen. Der MTV Derental konnte diesen Weg nicht mehr mitgehen, da seine Mitgliederversammlung bereits im Januar stattgefunden hatte.
Auf diese deutlichen Signale aus den Vereinen erfolgte seitens des Verbandes und des Kreisvorstandes zunächst keinerlei Reaktion.
Blick nach Göttingen-Osterode und ausgebliebener Austausch
Im weiteren Verlauf recherchierte die SG Sollingtor vergleichbare Fälle und wurde im NFV-Kreis Göttingen-Osterode fündig. Dort gab es eine sehr ähnliche Konstellationen, die – anders als im Fall der SG Sollingtor – im Sinne der betroffenen Vereine entschieden wurden und die Freigabe der dortigen SG für die Teilnahme am Spielbetrieb im benachbarten Kreis Kassel erteilt wurde.
Der Vorsitzende des NFV-Kreises Göttingen-Osterode bot in einem Telefonat an, seine Beweggründe und Erfahrungen auch dem Kreisvorstand Hildesheim-Holzminden zu erläutern. Trotz mehrfacher Bitten der SG Sollingtor und einer mündlichen Zusage des Kreisvorsitzenden Andreas Wiese wurde bis heute kein Kontakt nach Göttingen aufgenommen. Dies werten wir mindestens als deutliches Zeichen mangelnden Interesses an einer lösungsorientierten Auseinandersetzung mit unserer Situation.
Verhandlungsrunde in Hehlen und erneuter Kompromissvorschlag
Nach weiteren vier Wochen kam es im vergangen Monat auf Anstoß des Verbandes zu einem weiteren Präsenztermin in Hehlen mit Vertretern der SG Sollingtor und des Kreisvorstandes. Die SG brachte hierbei einen neuen, weitergehenden Kompromissvorschlag ein: eine Freigabe für zunächst drei Jahre für alle Mannschaften der SG, mit Ausnahme der Ü-Mannschaften.
Der Kreisvorstand reagierte darauf mit einem deutlich eingeschränkten Gegenangebot: einer Fortsetzung der Freigabe für die Frauenmannschaften sowie – für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass es jeweils nur eine Staffel im großen Kreis Hildesheim-Holzminden gäbe – für die C- bis A-Jugend. Im Ergebnis hätte dies die heutige schwierige Situation faktisch fortgeschrieben. Da wesentliche Argumente der SG Sollingtor aus Sicht der Vereinsvertreter „weggebügelt“ wurden, endete auch dieses Gespräch ergebnislos.
Hatten wir im Vorfeld der Fusion im letzten Jahr, im festen Glauben, dass die Aussagen der Verantwortlichen des Kreises verlässlich sind, unsere eigenen Interessen hinten angestellt und uns öffentlich zu der Fusion bekannt, so wird uns leider genau diese Unterstützung heute vorgeworfen. Mit dem Wissen von heute, hätten wir egoistischer agieren müssen. Dann wäre die Fusion unter Umständen nicht zustande gekommen.
Versuch des Wechsels nach Westfalen
Am Folgetag erklärten der MTV Fürstenberg und der FC 08 Boffzen ihren Eintritt in den westfälischen Verband FLVW. Von westfälischer Seite hieß es, eine Aufnahme sei nur möglich, wenn keine Einwände des NFV bestünden. Aus verlässlicher Quelle ist der SG Sollingtor bekannt geworden, dass NFV-Präsident Schaffert gegenüber dem FLVW deutlich gemacht hat, dass der NFV einem Verbandswechsel der Vereine nicht zustimmen werde.Die Verzahnung des NFV Präsidenten, der aus Hildesheim kommt mit dem Vorsitzenden des Kreises auch dank einer gemeinsamen Vergangenheit in Verband und in einem Hildesheimer Verein, lässt zumindest leise Zweifel an einer vorbehaltlosen Rolle des Verbandschefs aufkommen. In der Folge prüften die Vereine der Spielgemeinschaft Alternativen. Etwa den Anschluss an einen bestehenden westfälischen Verein oder die Neugründung eines Vereines mit Sitz in NRW. Alle diese Optionen scheitern jedoch lt. FLVW an der Voraussetzung, über eine Spielstätte in Nordrhein-Westfalen zu verfügen.
Rücknahme des Austritts – um den Spielbetrieb zu sichern
Die Zeit spielte uns in den letzten Wochen nicht in die Karten. Aufgrund des bevorstehenden Spieljahresende und der aus unserer Sicht fehlenden Kompromissbereitschaft des NFV Kreises Hildesheim-Holzminden blieb der SG Sollingtor letztlich keine andere realistische Möglichkeit, als den bereits erklärten Austritt aus dem NFV zurückzunehmen. Anderenfalls hätten wir riskiert, dass unsere ca. 150 Aktiven von G- Junioren bis Ü-40 ihre sportliche Heimat verloren hätten, da sie in der nächsten Saison nicht hätten für uns spielen dürfen.
Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, sie wurde jedoch ausschließlich im Sinne unserer Spielerinnen und Spieler sowie der fußballbegeisterten Menschen in unseren Orten getroffen.
Ungebrochenes Bestreben nach Veränderung
Die SG Sollingtor betont ausdrücklich, dass das Bestreben nach einer strukturell sinnvollen Veränderung und einem Wechsel des Verbandes weiterhin ungebrochen ist. In den vergangenen Wochen mussten wir erleben, wie kleineren Vereinen und ländlichen Orten das Leben bewusst schwer gemacht wird.
Aussagen von führenden NFV-Funktionären wie „dann fahrt ihr halt mal eine halbe Stunde nach Alfeld“ oder „wer in drei Jahren von der Bezirksliga in die Kreisklasse durchgereicht wird, muss sich selbst hinterfragen“ (Anmerkung: der Abstieg aus der Bezirksklasse datiert aus dem Jahr 2007) machen deutlich, dass sich Verantwortliche mit der tatsächlichen Situation vor Ort nicht ausreichend auseinandergesetzt haben. Auch das Verhalten des NFV-Präsidiums, das eigentlich im Sinne der Vereine agieren sollte, hat nach unserer Wahrnehmung ein schlechtes und arrogantes Bild abgegeben.,
Kreisvorstand und Verband sitzen am längeren Hebel und nutzen diese Machtposition bewusst aus. Die Tatsache, dass trotz aller Hinweise und Angebote bis heute kein Kontakt in den Kreis Göttingen-Osterode aufgenommen wurde, unterstreicht, wie gering unsere Lage offenbar gewichtet wird.
Versprechen an Mitglieder und Region
Wir bedauern ausdrücklich, dass den Worten und den in Aussicht gestellten Lösungen vor der Fusion keine entsprechenden Taten gefolgt sind. Der langjährige Vorsitzende des NFV Kreises Holzminden und heutige Ehrenvorsitzender Wolfgang Peter hat einmal folgenden Satz geprägt und auch so gehandelt: Der Kreisvorstand und seine Ausschüsse sind für die Vereine da! Davon ist man, wenn man die zahlreichen Beschwerden auch aus dem laufenden Spielbetrieb zur Kenntnis nimmt, weit entfernt!
Abschließend bleibt zu sagen: Wir versichern unseren Mitgliedern, allen Spielern, Ehrenamtlichen, Unterstützern und Sponsoren: Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende tun, um den Fußballbetrieb in der Samtgemeinde Boffzen noch möglichst lange zu erhalten und zukunftsfähige Lösungen zu finden. Für Rückfragen stehen die Vorstände der beteiligten Vereine gerne zur Verfügung.
