MTV Fürstenebrg - Tradition und Sportkultur

Der MTV Fürstenberg v. 1888 e. V. wurde 1888 als Turnverein gegründet und hat sich seitdem zu einem echten Mehrspartensportverein in der Region entwickelt. Wir glauben an die Förderung von Sport und Gesundheit für alle Altersgruppen und bieten eine breite Palette an sportlichen Aktivitäten. Unser engagiertes Team sorgt dafür, dass jedes Mitglied bei uns nicht nur sportlich aktiv ist, sondern auch Teil einer lebendigen Gemeinschaft wird.

Unsere Geschichte

Ein Verein erwacht zum Leben

1888

Im Winter 1888 entstand die Idee zur Gründung eines Turnvereins in Fürstenberg, angeregt durch einen Zeitungsartikel über den gesundheitlichen Nutzen von Freiübungen. Gemeinsam mit dem späteren Turnwart wurde der Entschluss gefasst, diese Übungen auch anderen jungen Männern zugänglich zu machen. Bei einer Besprechung im Hause C. Böker erklärten sich 15 Herren bereit mitzumachen. Am 10. Dezember 1888 wurde der Turnverein offiziell gegründet, und bereits am 17. Dezember 1888 begannen die ersten Freiübungen. Die anfängliche Begeisterung ließ jedoch nach, sodass bald nur noch sechs Mitglieder regelmäßig am Turnbetrieb teilnahmen.

1889

Im Jahr 1889 erhielt der Verein neuen Auftrieb durch Herrn Brandes von der Porzellanmanufaktur und Lehrer Meyer, die als begeisterte Turner frischen Schwung brachten. Im Frühjahr wurde der erste Vorstand gewählt, wodurch der Verein organisatorisch gefestigt wurde und sich schnell zu einer festen Größe im Fürstenberger Vereinsleben entwickelte. Die Mitgliederzahl wuchs stetig, und der Verein durfte sich bald Arbeiter-Turnverein Fürstenberg nennen. Noch im selben Jahr wurde mit einer Kokosmatte das erste Turngerät angeschafft, und am 14. Dezember 1889 feierte der Verein sein erstes Stiftungsfest mit Schauturnen und anschließendem Kommers.

1890

1890 bemühte sich der Verein erfolgreich um finanzielle Unterstützung für weitere Turngeräte. Vom Herzoglichen Staatsministerium in Holzminden wurden 200 Mark bewilligt, mit denen unter anderem ein Pferd, ein Klettergerüst und ein Ball angeschafft wurden; später kamen Reck und Barren hinzu. Gleichzeitig entwickelten sich enge Kontakte zu benachbarten Turnvereinen, insbesondere nach Holzminden. Gemeinsame Ausflüge, sogenannte „Partien“, wurden zu einem festen Bestandteil des Vereinslebens, darunter auch ein viel beachteter Ausflug nach Neuhaus.

1891

Im Jahr 1891 weitete der Turnverein seine Verbindungen weiter aus und pflegte Kontakte zu Vereinen in Uslar, Höxter und Holzminden. Höhepunkt war ein gemeinsames Schauturnen auf der Hammeltrift, das viele Zuschauer aus Fürstenberg anzog und mit einem geselligen Kommers endete. Gleichzeitig wuchs die Mitgliederzahl weiter, weshalb klare Regeln zur Aufnahme neuer Mitglieder, zur Beitragszahlung und zur Disziplin eingeführt wurden, um den ordentlichen Vereinsbetrieb sicherzustellen.

1893

Das Jahr 1893 war von großen Spannungen geprägt. Eine erstmals geplante Fahnenweihe musste trotz intensiver Vorbereitung und finanzieller Zusagen von 38 Mitgliedern abgesagt werden, da es im Vorstand zu Amtsniederlegungen kam. Ursache waren der schlechte Besuch der Turnstunden und Konflikte zwischen Mitgliedern und Vorstand. Sogar der Vorsitzende H. Brandes trat zurück. Am 3. Juli 1893 wurde Lehrer Freitag zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Gleichzeitig war 1893 aber auch ein Erfolgsjahr: Die notwendige Zahl von 500 aktiven Turnern für die Gründung des Sollingturngaus wurde erreicht, und der Turnverein Fürstenberg wirkte maßgeblich an dessen Entstehung mit. Das erste Gauturnfest fand noch im selben Jahr in Holzminden statt.

1894

1894 festigte der Verein seine Stellung innerhalb des Sollingturngaus. Ein besonderer Höhepunkt war die Ausrichtung eines Gauturntages in Fürstenberg, der in der Chronik ausdrücklich hervorgehoben wird. Zudem nahmen die Turner am Gauturnfest in Höxter teil, was die regionale Vernetzung weiter stärkte.

1895

Im Jahr 1895 beteiligte sich der Turnverein Fürstenberg am Gauturntag in Holzminden. Die regelmäßige Teilnahme an überregionalen Veranstaltungen wurde nun selbstverständlicher Bestandteil des Vereinslebens und trug zum guten Ruf der Fürstenberger Turner bei.

1896

1896 kam es zu einem weiteren Einschnitt im Vorstand. H. Brandes trat endgültig von seinen Ämtern zurück, da seine beruflichen Verpflichtungen in der Fabrik ihm nicht mehr genügend Zeit ließen. Turnkamerad Prell wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Gleichzeitig ehrte der Verein Brandes als Ehrenvorsitzenden und Lehrer Meyer als Ehrenmitglied. Unter der neuen Führung wurde zudem eine Alt-Herren-Riege gegründet, in der ältere Mitglieder weiterhin aktiv am Turnbetrieb teilnahmen.

1898

Das Jahr 1898 stand ganz im Zeichen des zehnjährigen Vereinsjubiläums. Dieses wurde gemeinsam mit einem Gauturnfest in Fürstenberg gefeiert und erreichte mit der lange geplanten Fahnenweihe seinen Höhepunkt. Für die neue Fahne wurden 175 Mark bewilligt, und über mehrere Tage hinweg fanden Zapfenstreich, Wettkämpfe, Gottesdienst, Festumzüge, Schauturnen und Tanzveranstaltungen statt. Sportlich wie finanziell war das Fest ein großer Erfolg, da zahlreiche Sieger aus Fürstenberg kamen und die Vereinskasse einen deutlichen Gewinn verzeichnete. Außerdem wurde in diesem Jahr beschlossen, den Ortsdiener mit der öffentlichen Bekanntmachung von Versammlungen zu beauftragen.

1900

Im Februar 1900 feierte der Verein sein 12. Stiftungsfest, das unter dem Motto „Komischer Abend“ stand. Mit Theateraufführungen und humorvollem Schauturnen zeigte sich besonders die Jugendarbeit von ihrer kreativen Seite, die maßgeblich von Turnwart Ch. Scheuba geprägt wurde.

1901

1901 führte der Verein erstmals ein Zöglingswetturnen durch. Neben Übungen an klassischen Turngeräten wie Reck, Barren und Pferd standen auch volkstümliche Disziplinen wie Hoch- und Weitsprung oder Tauhangeln auf dem Programm. Damit wurde die Nachwuchsarbeit weiter gestärkt und sportlich aufgewertet.

1902

Mit dem Jahr 1902 endet das zweite Protokollbuch des Turnvereins Fürstenberg. Rückblickend waren die Jahre seit 1893 von Krisen, Neuanfängen, wachsender Organisation und lebendigem Vereinsleben geprägt. Der Verein hatte sich nun endgültig als fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Fürstenberg etabliert.

1907

1907 kam es zur Spaltung des Vereinslebens. Nach anhaltenden Konflikten wurde der Turnwart Hager abgewählt, doch seine Anhänger gründeten im Juli 1907 den Turnerbund Fürstenberg. Begünstigt durch politische Spannungen und Unterstützung der Fabrikdirektion entstand damit ein zweiter Turnverein im Ort. Während der MTV weiterhin im Vereinslokal Böker turnte, nutzte der Turnerbund ein anderes Lokal, was die Trennung auch räumlich sichtbar machte.

1908

Im Jahr 1908 zeigte sich die politische Dimension des Turnwesens deutlich. Bei der Bewilligung eines Zuschusses über 150 Mark für neue Geräte verlangte das Herzogliche Staatsministerium, dass die Satzung ausdrücklich die Zugehörigkeit zur Deutschen Turnerschaft betonte. Der Vergleich der Satzungen machte die unterschiedlichen weltanschaulichen Ausrichtungen von MTV und Turnerbund klar.

1913

Im August 1913 erlitt der MTV einen schweren Rückschlag, als das Vereinslokal Böker vollständig abbrannte. Sämtliche Turngeräte wurden zerstört. Dank der Versicherung erhielt der Verein jedoch Schadensersatz in Höhe von 649,40 Mark und konnte nach dem Wiederaufbau im umbenannten „Sollinger Hof“ den Turnbetrieb mit neuen Geräten fortsetzen.

1916

Während des Ersten Weltkriegs kam das Vereinsleben nahezu vollständig zum Erliegen. Viele Mitglieder waren eingezogen, und nur Karl Schäfer hielt nach seiner krankheitsbedingten Entlassung 1916 ein sehr eingeschränktes Vereinsleben aufrecht – ohne offizielle Wahl und weitgehend auf sich allein gestellt.

1918

Nach dem Ende des Krieges fanden die Turner Ende 1918 und Anfang 1919 wieder zusammen. MTV und Turnerbund vereinigten sich zum Arbeiter-Turn- und Sportverein MTV Fürstenberg. Gleichzeitig begann ein neues Kapitel der Vereinsgeschichte: Ab 1919 wurde in Fürstenberg erstmals Fußball gespielt, zunächst auf provisorischen Spielflächen wie den Weserwiesen und der Hammeltrift.

1920

In den ersten Nachkriegsjahren schloss sich der MTV Fürstenberg dem Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB) an. Bereits 1920 nahmen Turner aus Fürstenberg am Bezirksturnfest in Holzminden teil und zeigten damit ihre Zugehörigkeit zur Arbeitersportbewegung.

1921

Im Januar 1921 wurde im Rechnungsbuch erstmals der Bundesbeitrag an den ATSB verzeichnet. Kurz darauf trafen aus Leipzig die offiziellen Bundesliederbücher ein, womit der Anschluss an den Bund auch im Vereinsalltag sichtbar wurde.

1922

Das Jahr 1922 stand im Zeichen der Inflation und organisatorischer Veränderungen. Die Preise für Turnmaterialien stiegen rasant, ebenso die Portokosten. Gleichzeitig wurde die Vereinsfahne geändert und mit dem Wahlspruch des ATSB „Frisch, Frei, Stark, Treu“ versehen. Trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten nahmen Fürstenberger Turner am ersten Deutschen Arbeiter-Turn- und Sportfest in Leipzig teil.

1923

1923 erreichte die Inflation ihren Höhepunkt. Preise und Gebühren stiegen ins Absurde, was auch den Vereinsbetrieb erheblich belastete. Dennoch hielt der MTV seine Strukturen aufrecht und setzte die sportliche Arbeit fort.

1925

Im Jahr 1925 nahm der MTV an der Arbeiterolympiade in Frankfurt teil, wo Heinrich Böker den Verein unter rund 16.000 internationalen Arbeitersportlern vertrat. Die Mitgliederzahl stieg auf 117 an, darunter erstmals eine Damenriege mit 18 Frauen – ein bedeutender Schritt für die Vereinsentwicklung.

1926

Zwischen 1926 und 1928 entstand in reiner Handarbeit der neue Sportplatz am Kathagenberg. Ohne Maschinen schufen die Mitglieder ein gemeinsames Werk, das dem Verein eine dauerhafte sportliche Heimat gab und den Gemeinschaftsgeist nachhaltig stärkte.

1929

1929 war ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Zwölf Turner nahmen am zweiten Bundesfest des ATSB in Nürnberg teil. Vom 29. Juni bis 1. Juli feierte der MTV sein 40. Stiftungsfest erstmals auf dem neuen Sportplatz am Kathagenberg. Gastvereine, Verkaufsbuden und Vorführungen machten das Jubiläum zu einem großen Erfolg.

Festumzug 1929

Festumzug 1929

1933

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 endete die Geschichte des ATSB. Am 30. April wurde der Bund verboten, und auch der Fürstenberger Verein musste sich auflösen. In der Generalversammlung am 26. April 1933 wurde gleichzeitig ein neuer Turnverein nach nationalsozialistischen Vorgaben gegründet. Ernst Zimmermann wurde zum ersten Vereinsführer gewählt.

1934

1934 übernahm K. Löwenkamp die Vereinsführung. Demokratische Wahlen gab es nicht mehr, da der Vereinsführer die Vorstandsmitglieder bestimmte. Der Verein war nun fest in die Strukturen der Deutschen Turnerschaft eingebunden.

1935

1935 nahmen aktive Turnerinnen und Turner an großen Turnfesten teil, unter anderem in Einbeck. Trotz politischer Zwänge hielten sportliche Erfolge und engagierte Einzelpersonen den Verein am Leben.

1936

In den Jahren 1936 bis 1938 ließ das Interesse am Turnbetrieb deutlich nach. Die Protokolle berichten von schlecht besuchten Übungsstunden und einem allgemeinen Rückgang des Männerturnens. 1938 nahm Karl Gellert erfolgreich am Deutschen Turnfest in Breslau teil und errang ein Siegerdiplom im Geräteturnen.

1940

Im Juli 1940 fand die letzte dokumentierte Mitgliederversammlung statt. Danach kam das Vereinsleben infolge des Krieges vollständig zum Erliegen.

Neues Deutschland - neuer MTV

1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der MTV 1945 aufgelöst. Bereits im September rief Bürgermeister Robert Roloff zur Neugründung auf. Vierzehn ehemalige Mitglieder wählten Willi Roloff zum Vorsitzenden, und im November wurde die offizielle Genehmigung für den Neubeginn erteilt.

1946

Im März 1946 entstand unter Emil Röttger das Kinderturnen. Damit begann der systematische Wiederaufbau der Nachwuchsarbeit im Verein.

1947

Im Frühsommer 1947 wurde eine Damenhandballmannschaft gegründet, deren Spielerinnen mangels Ausrüstung barfuß antraten. Gleichzeitig kämpfte der Verein mit Alltagsproblemen der Nachkriegszeit, etwa der Nutzung des Sportplatzes durch Weidevieh.

1948

1948 führte der MTV wieder sportliche Vereinskämpfe durch und bereitete das 60-jährige Jubiläum vor. Im Dezember wurde A. Fricke zum neuen Vorsitzenden gewählt, der auch den offiziellen Festaufruf verfasste.

Jugendmannschaft 1948

Schauturnen 1948

1949

Vom 18. bis 20. Juni 1949 feierte der MTV sein 60-jähriges Stiftungsfest mit großem Erfolg. Das Jubiläum brachte einen finanziellen Überschuss, der die Anschaffung neuer Turngeräte ermöglichte und den Verein weiter stärkte.

1950

1950 erlebte die neu gegründete Tischtennisabteilung einen Boom. Mit 33 aktiven Mitgliedern sowie mehreren Damen- und Herrenmannschaften entwickelte sie sich zeitweise zu einer der stärksten Sparten des Vereins.

1953

1953 nahmen die Tischtennisspielerinnen und -spieler an den Kreismeisterschaften in Eschershausen teil. Kurz darauf wurde die Abteilung jedoch wegen Überlastung der Aktiven wieder aufgelöst.

Deutsches Turnfest in Hamburg 1953

1956

1956 begann für den MTV eine besonders schwierige Phase. Der Fußballspielbetrieb litt unter der Abwanderung leistungsstarker Spieler und auch die Nutzung des Vereinslokals bereitete große Probleme. Die Mitgliederzahl sank deutlich, und der Verein steuerte auf seinen sportlichen und organisatorischen Tiefpunkt zu.

1957

Das Jahr 1957 markierte den absoluten Tiefstand der Nachkriegszeit. Vorsitzender A. Fricke stellte fest, dass der Verein diesen Punkt erreicht habe. Die Mitgliederzahl war auf 133 gesunken, und Wettkämpfe fanden kaum noch mit Fürstenberger Beteiligung statt. Fricke trat zurück, sein Nachfolger wurde A. Kues. Hoffnung ruhte auf der jungen Turnwartin Margarete Thamm, die das Mädchen- und Kinderturnen leitete, doch auch sie konnte den allgemeinen Abwärtstrend nicht stoppen.

1958

1958 spitzte sich die Lage weiter zu. Auf der Generalversammlung beklagte Vorsitzender A. Kues die Interessenlosigkeit der Jugend. Nachdem das Männerturnen eingestellt werden musste und der Nachwuchs nur noch selten trainierte, legte Kues im Januar sein Amt nieder. Neuer Vorsitzender wurde Helmut Roloff, der sofort einen grundlegenden Neuanfang einleitete. Bereits in seiner ersten Vorstandssitzung formulierte er das Ziel einer eigenen Turnhalle. 

1959

1959 wurde für den MTV zu einem Jahr des Neubeginns. Das 70. Stiftungsfest wurde mit einem großen Turnfest verbunden, zu dem über 200 Turnerinnen und Turner aus dem Landkreis nach Fürstenberg kamen. Die positive Resonanz spiegelte sich auch in steigenden Mitgliederzahlen wider, die wieder auf 152 anwuchsen. Sportlich erzielte der Verein Erfolge sowohl im Turnen als auch im Fußball, wo gleich zwei Pokale gewonnen wurden.

70. Stiftungsfest 1959

1960

1960 verlief sportlich ruhig, brachte jedoch eine nachhaltige Entwicklung für das Vereinsleben. Siegrid Könnecke gründete die Hausfrauenriege, die sich unter der späteren Leitung von Inge Rehberg und Doris Müller zu einer festen und langlebigen Institution innerhalb des MTV entwickelte.

1961

Seit 1961 prägte Karl-August Busche als Trainer die Fußballabteilung des MTV, während Margarete Thamm weiterhin das Mädchenturnen leitete. Beide sorgten mit großem Engagement für Kontinuität und sportliche Entwicklung in ihren Bereichen.

Fußballer gratulieren dem 1. Vorsitzenden Helmut Roloff 1962

Fußballer in den 1960er Jahren

1963

Nach langen Vorbereitungen begann 1963 der Bau der neuen Schul- und Turnhalle. Dieses Projekt sollte sich als entscheidender Schritt für die Zukunft des Vereins erweisen, da es die langjährigen Platzprobleme beendete.

1965

Im Oktober 1965 konnte der MTV die neue Turnhalle erstmals nutzen. Qualifizierte Übungsleiter standen zur Verfügung, der Trainingsbetrieb blühte auf, und der Verein erlebte einen deutlichen Aufschwung. Der Dank an den Gemeinderat war entsprechend groß.

1968

1968 zählte der MTV bereits 222 Mitglieder. Sportlich ragte die Teilnahme am Deutschen Turnfest in Berlin heraus, ebenso der Gewinn der Fußball-Kreismeisterschaft durch die 1. Mannschaft mit dem Aufstieg in die Bezirksklasse. Gleichzeitig endete nach 80 Jahren die Tradition des Vereinslokals Böker, da der MTV ins Hotel Fürstenberg umzog.

1969

Im Jahr 1969 trat der MTV ins Vereinsregister ein. Gleichzeitig legte Helmut Roloff nach elf Jahren aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz nieder. Sein Nachfolger wurde Joachim Thamm, der besonders die Jugendarbeit förderte und zugleich als Fußballtrainer wirkte.

1970

1970 wurde eine neue Vereinssatzung beschlossen, die den MTV organisatorisch auf eine moderne Grundlage stellte und den Weg zur endgültigen Eintragung ebnete.

1971

Mit der Eintragung ins Vereinsregister im Jahr 1971 erhielt der Verein seinen bis heute gültigen Namen: „Männer-Turn-Verein Fürstenberg von 1888 e. V.“

1972

Die Olympischen Spiele 1972 gaben auch in Fürstenberg sportliche Impulse. Auf Anregung von Horst List entstand die Idee zur Gründung einer Volleyballabteilung.

1973

1973 wurde nicht nur die Volleyballabteilung gegründet, sondern auch das neue Waldstadion eingeweiht. Bürgermeister Paul Garbe hatte nach dem Wegfall des alten Sportplatzes Wort gehalten. Mit moderner Ausstattung und 400-Meter-Bahn entwickelte sich das Waldstadion rasch zum Zentrum des Vereinslebens.

Die Einweihung des Waldstadion 1973

In der neuen Heimat

1974

Im Jahr 1974 entstand unter maßgeblicher Beteiligung von Karl-August Busche eine Jugendspielgemeinschaft mit dem MTV Derental. Gleichzeitig übernahm Walter Uhde kurzzeitig den Vereinsvorsitz.

1975

1975 wurde Hermann Müller zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Führung stabilisierte sich der Verein weiter.

1977

1977 begannen die Vorbereitungen für das 90. Stiftungsfest. Gleichzeitig gründete Heike Fust (geb. Rettemeyer) eine Jazztanzgruppe, die dem Vereinsleben neue Impulse gab.

1979

Das 90. Stiftungsfest fand 1979 statt und ging als besonders gelungen in die Vereinsgeschichte ein. Sportlicher Höhepunkt war das 17. Kinderturnfest des Turnkreises Holzminden. Im Dezember wurde zudem der Grundstein für das neue Vereinsheim am Waldstadion gelegt.

1980

Auf der Jahreshauptversammlung im Januar 1980 trat Hermann Müller aus gesundheitlichen Gründen zurück. Zum neuen Vorsitzenden wurde Karl-August Busche gewählt, der den Verein in den folgenden Jahren entscheidend prägen sollte. Zudem wurde die Jugendspielgemeinschaft um den FC 08 Boffzen erweitert.

1981

1981 wurde Richtfest am neuen Vereinsheim gefeiert – ein sichtbares Zeichen dafür, dass Busches Vision Gestalt annahm.

Richtfest am Vereinsheim 1981

1982

Im Mai 1982 konnte das Vereinsheim am Waldstadion feierlich übergeben werden. Trotz anfänglicher Skepsis entwickelte es sich schnell zum Mittelpunkt des sportlichen und gesellschaftlichen Vereinslebens.

1983

1983 gründete Erika Scholz eine zweite Damengymnastikgruppe, die sich dauerhaft etablierte und das Sportangebot für Frauen weiter stärkte.

1984

1984 erreichte der MTV erstmals die Marke von 500 Mitgliedern – ein deutliches Zeichen für die Attraktivität und Stärke des Vereins.

1988

1988 schied der MTV Derental aus der Jugendspielgemeinschaft aus, was einen sportlichen Rückschlag bedeutete. Gleichzeitig feierte der MTV im Dezember sein 100-jähriges Bestehen mit einem festlichen Stiftungsfest im Hotel Fürstenberg.

1989

Im Sommer 1989 folgte ein großes Volks- und Zeltfest anlässlich des 100-jährigen Jubiläums. Anfang des Jahres zählte der MTV bereits 555 Mitglieder, nahezu jeder zweite Einwohner Fürstenbergs.

1992

1992 erlebte die Fußballabteilung ihren größten sportlichen Triumph. Vor 800 Zuschauern im Waldstadion gewann der MTV die Kreismeisterschaft und sicherte sich zusätzlich den Kreispokal – das historische „Double“. 

1993

1993 feierte die Fußballabteilung ihr 75-jähriges Bestehen auf dem Höhepunkt ihres Erfolges, begleitet von einem großen Festumzug.

Die Fußballer 1992

Festumzug 1993

1996

1996 wurde auf Initiative von Achim Helm erstmals das Dorfpokalturnier ausgerichtet, das sich schnell zu einer festen Größe im Vereinskalender entwickelte.

1998

1998 stand der MTV auch gesellschaftlich im Fokus. Eine Benefiz-Gala mit ehemaligen National- und Bundesligaspielern im Waldstadion erzielte Erlöse für die Opfer der ICE-Katastrophe von Eschede und für David Nivel. Im selben Jahr erhielt Karl-August Busche den DFB-Ehrenamtspreis.

1999

1999 feierte der MTV sein 111-jähriges Bestehen mit einem großen Volksfest. Sportlich gelang den Volleyballern der Aufstieg in die Landesliga. Im Waldstadion wurde ein Beachvolleyballfeld errichtet. Zudem erreichte die Mitgliederzahl mit knapp 650 ihren historischen Höchststand.

Die Volleyballer 1999

Der MTV im neuen Jahrtausend

2000

Im März 2000 erhält das Vereinsheim sein neues Spitzdach.

2001

2001 investierte der MTV umfangreich in seine Sportanlagen. Ein neuer Trainingsplatz am Waldrand wurde gebaut.

2002

2002 endete eine prägende Ära: Karl-August Busche trat nach 22 Jahren als 1. Vorsitzender zurück. Sein Nachfolger wurde Achim Helm. Das Vereinsheim erhielt den Namen „Karl-August-Busche-Sportlertreff“, und Busche wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Karl-August Busche auf der Jahreshauptversammlung 2002

2003

2003 machte der MTV mit einem Sponsorenlauf für das Projekt „AWASSA“ auf sich aufmerksam und sammelte rund 4.200 Euro. Gleichzeitig zeigte der extrem heiße Sommer die Grenzen der bisherigen Rasenpflege auf.

2004

2004 reagierte der Verein mit einem Großprojekt: In über 400 Stunden ehrenamtlicher Arbeit wurde eine moderne Beregnungsanlage für die Sportplätze installiert – eine Investition mit langfristiger Wirkung.

Der Bau der Beregnungsanlage im Sommer 2004

2005

Die Fußballer werden überraschend Kreismeister und verweisen den Rivalen aus Boffzen auf den zweiten Platz.

2006

Ab 2006 setzte der MTV auch gesellschaftliche Akzente. Die erstmals veranstalteten WM-Partys entwickelten sich zu beliebten Treffpunkten für Mitglieder und Dorfbewohner gleichermaßen. Sie stärkten den Zusammenhalt und zeigten, dass Vereinsleben längst mehr war als nur Sport.

2007

2007 wurde zudem das Vereinsheim mit einer überdachten Terrasse erweitert, ein sichtbares Zeichen für den gelungenen Spagat zwischen Tradition und Moderne.

Der Bau der Terrassenüberdachung 2007

2009

2009 feierte der MTV sein 120-jähriges Bestehen mit einem großen Volks- und Zeltfest. Unter der Leitung von Vorsitzendem Achim Helm organisierte der Verein ein rauschendes Jubiläum, das viele Gäste anzog. Besonders die ABBA-Show am Sonntagabend sorgte für Begeisterung – das Festzelt platzte aus allen Nähten. 

2011

2011 war ein Jahr des Abschieds. Mit dem Tod von Rüdiger Hoffmann verlor der MTV ein langjähriges Vorstandsmitglied und engagierten Kassierer, der sich über Jahrzehnte besonders für die Jugendarbeit in der JSG und für den gesamten Verein eingesetzt hatte. Auf der Jahreshauptversammlung fand Vorsitzender Achim Helm nachdenkliche Worte und wies auf eine der größten Herausforderungen der Zukunft hin: den Rückgang engagierter Jugendlicher im Verein. Achim Helm selbst erhielt zum Jahreswechsel als zweiter Verantwortlicher des MTV den DFB-Ehrenamtspreis.

2013

Sportlich befand sich der MTV in einer schwierigen Phase. Die Fußballer kämpften in der Kreisliga gegen den Abstieg, die Volleyballabteilung konnte nicht mehr alle Mannschaften melden und die einst erfolgreiche Tanzabteilung musste aufgelöst werden. Zusätzlich verschärfte sich die Lage durch den Trend zu Spielergehältern selbst in unteren Ligen – ein Weg, den der MTV bewusst nicht mitging. Die Mitgliederzahl sank leicht auf knapp über 500. Hoffnungsschimmer war das 50-jährige Bestehen der Damen-Turngruppe. Höhepunkt des Jahres war das 125-jährige Vereinsjubiläum mit einem Festkommers am 14. Dezember sowie dem 40-jährigen Jubiläum der Volleyballabteilung.

2014

Das Jahr 2014 war von tiefer Trauer geprägt. Am 8. September verstarb Karl-August Busche, Ehrenvorsitzender und prägende Gestalt des MTV, im Alter von 78 Jahren. Über 300 Wegbegleiter nahmen Abschied und würdigten sein jahrzehntelanges Wirken für den Verein.

2016

2016 brachte personelle und sportliche Impulse. Sascha Helm übernahm das Amt des 2. Vorsitzenden von Roland Schrader. Gleichzeitig sorgte die Taekwon-Do-Abteilung für internationale Schlagzeilen: Natalie Meyer und Günter Potthast errangen gleich drei Weltmeistertitel und machten den MTV weit über die Region hinaus bekannt.

2018

2018 stand ganz im Zeichen des Fußballs. Die Abteilung feierte ihr 100-jähriges Bestehen, NFV-Präsident Günter Distelrath hielt die Festrede. Zudem wurde eine Rehasport-Abteilung gegründet und das Vereinsheim umfassend renoviert, unter anderem mit moderner Beleuchtung und neuen Wand- und Deckenverkleidungen.

Das renovierte Vereinsheim 2018

2019

2019 wurde der MTV digitaler und sportlich erfolgreich. Der Verein startete seinen Instagram-Auftritt, Doris Müller erhielt den ersten vereinseigenen Ehrenamtspreis. Sportlicher Höhepunkt war der Gewinn des Kreispokals – der erste seit 2004. Fans begleiteten die Mannschaft per Bus zu Halbfinale und Finale, Torwart Florian Pottmeier und Torschütze Lukas Neumann wurden zu den Matchwinnern.

Nach dem Abpfiff des Kreispokalfinals 2019

2020

2020 kam das Vereinsleben durch die Corona-Pandemie vollständig zum Erliegen. Trainings- und Spielbetrieb mussten eingestellt werden. Dennoch setzte der MTV ein starkes Zeichen des Zusammenhalts: Mit dem Spendenprojekt „Gemeinsam viel(e) bewegen“ wurde ein neuer Vereins-VW-Bulli finanziert.

Der neue "Bulli" 2021

2021

2021 stand im Zeichen der Erneuerung. Während der Sportbetrieb nur langsam zurückkehrte, wurde intensiv gebaut: Das Vereinsheim erhielt neue Fenster, und gemeinsam mit Gemeinde und Samtgemeinde wurde das Außengelände des Waldstadions modernisiert.

Die Außenanlagen im Waldstadion 2021

2022

2022 investierte der MTV in die Zukunft. Eine moderne Gas-Hybrid-Heizung machte das Vereinsheim energetisch fit. Im Juli fand erstmals wieder eine Jahreshauptversammlung statt, bei der 450 Mitglieder gemeldet wurden. Reinhard Schoppe erhielt als zweiter Vereinsangehöriger den MTV-Ehrenamtspreis.

2023

2023 brachte Rekorde und große Emotionen. Eine LED-Flutlichtanlage wurde installiert, die Sanitäranlagen erneuert und Franz-Josef Pokora mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Höhepunkt war das Gastspiel von Hannover 96 am 7. September vor 1.750 Zuschauern – neuer Besucherrekord im Waldstadion.

Gastspiel von Hannover 96 am 07.09.2023

2024

2024 wurde sportlich eine wichtige Weiche gestellt. Im Mai gründete der MTV gemeinsam mit dem MTV Derental und dem FC 08 Boffzen die Spielgemeinschaft „Sollingtor“, um den Fußballbetrieb langfristig zu sichern – von der G-Jugend bis zur Ü40.

Gründung der SG Sollingtor - H. Klages, A. Helm und F. Meyer 

2025

2025 stand im Zeichen großer Investitionen und struktureller Stärke. Die Kernsanierung des Funktionstraktes wurde abgeschlossen. Die Tischtennisabteilung wurde neu gegründet, während die Volleyballabteilung endgültig aufgelöst wurde. Mit dem neuen Fullbody-Workout für junge Frauen wurde das Angebot erweitert. Im November folgte ein weiterer Meilenstein: die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Vereinsheim. Andreas Sefczyk erhielt den vierten Ehrenamtspreis des MTV.

Der renovierte Funktionstrakt 2025

Die neue PV-Anlage auf dem Dach des Vereinsheims

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